2011-07-25Hirschfelder Damen mit einem Bein im Finale.
Eine gute Mannschaft gewinnt auch mal ein Spiel, obwohl sie den Sieg eigentlich nicht verdient hat. Das ließ Hirschfeldes Trainer Andreas Saal am vorletzten Spieltag in Obernhausen so nicht stehen. „Wir haben innerhalb von drei Stunden gleich zweimal schlecht gespielt, und von einer guten Mannschaft war nicht viel zu sehen. Im Gegenteil, die Gegner glichen sich unserer Spielweise an, nutzen ihre Chancen nicht, und wir hatten Massel“, machte Saal aus seiner Unzufriedenheit kein Hehl.

Trotzdem, am Ende zählt nicht das „Wie“, sondern die gewonnenen vier Punkte. Und die waren für das Erreichen der Endrunde um die deutsche Meisterschaft enorm wichtig. Noch dazu gegen einen unmittelbaren Mitkonkurrenten im Kampf um die dafür erforderlichen ersten drei Tabellenplätze. Der TV Karlsdorf rangierte vor diesem Spieltag punktgleich (20:4) mit dem Spitzenreiter TSV Dennach vor Hirschfelde (18:6 Pkt.). Da auch der ATS Kulmbach über 18:6 Punkte verfügte, konnte sich Hirschfelde keine Niederlage leisten.

Dementsprechend nervös und „zittrig“ begann die Partie gegen Karlsdorf, noch dazu vom Niveau eines Spitzenspieles des Tabellenzweiten gegen den Dritten weit entfernt. Hirschfelde geriet durch eine Vielzahl von Eigenfehlern mit 0:2 Sätzen (9:11, 9:11) in Rückstand und sah schon wie der sichere Verlierer aus. Doch die Mannschaft raffte sich noch einmal auf, fand im dritten Satz (11:9) etwas besser ins Spiel, schaffte im vierten (11:6) den 2:2 Ausgleich und konnte buchstäblich mit dem letzten Aufschlag im fünften Satz (15:13) die drohende Niederlage gerade noch einmal abwenden.

Nicht viel besser lief es für Hirschfelde im zweiten Spiel gegen den Gastgeber TV Obernhausen. Der erste Satz (11:6) ließ zwar hoffen, doch nach dem verlorenen zweiten (9:11) begann wieder das Zittern. Der Neuling witterte Morgenluft, musste sich aber am Ende dennoch geschlagen geben, da das FSV- Team um Vize-Europameisterin Lina Scholze mit Erfahrung und Glück die Sätze drei (14:12) und vier (11:9) für sich entscheiden konnte.

Da Jeanette Weu, Maxi Vogel und Pauline Brun nicht zur Verfügung standen, musste Trainer Saal in Obernhausen umstellen. Peggy Rathmann, Nelly Schumann und Ilka Bretschneider kamen zum ersten Mal in dieser Saison zum Einsatz. Die 27- jährige Peggy Rathmann bestritt nach fast zweijähriger Verletzungspause wieder ihr erstes Spiel. „Und das hat sie wirklich gut gemacht“, freute sich auch Andreas Saal über ihre Rückkehr.

Im Rahmen der Deutschen Meisterschaften der Senioren AK 60 in Hirschfelde schlagen die Damen am 30. Juli gegen den ATS Kulmbach und TSV Calw zu den letzten beiden Punktspielen der Saison auf. „Wir müssen uns steigern und werden vor heimischer Kulisse alles daran setzen, um zum fünften Mal in Folge den Einzug in die Endrunde der deutschen Meisterschaft perfekt zu machen“, sind sich Trainer und Spielerinnen einig und sicher.

FSV 1911 Hirschfelde: Linda Scholze, Anja Putzmann, Tina Schumann, Susann Vogel, Peggy Rathmann, Nelly Schumann, Ilka Bretschneider


Reiner Seifert
Sächsische Zeitung

 
Copyright 2011 © www.faustball-hirschfeide.de