2011-08-02FSV Hirschfelde überrascht bei Oldie- Meisterschaft
Das Team bezwingt im Spiel um Platz drei den Titelverteidiger Offenburg. Deutscher Meister wird die TH 1852 Hannover.
Die Hirschfelder Faustballer haben als Ausrichter nationaler und internationaler Meisterschaften mit dem Wetter einfach kein Glück. Ob beim Europapokal (1998), bei der Finalrunde der deutschen Meisterschaft der Frauen und Männer (2008) oder der ersten offiziellen deutschen Meisterschaft der Senioren der AK 60 am vergangenen Wochenende - Regen und kühle Temperaturen bildeten jedesmal den äußeren Rahmen. Starker Dauerregen sorgte schon am Samstag für schwierige Platzverhältnisse und hielt darüber hinaus viele Zuschauer von einem Besuch im Faustballstadion ab. Davon mehr oder weniger unbeeindruckt gingen nach der Meisterschaftseröffnung durch den Schirmherrn, Landrat Bernd Lange, die zehn besten AK 60- Mannschaften aus den Regionalverbänden engagiert zur Sache. "Wenn kein trockener Faden mehr an dir ist und du die Farbe des aufgeweichten, glitschigen Rasens angenommen hast, macht das Spielen wieder richtig Spass", zeigten die Aktiven mit einem verschmitzten Lächeln auf ihre Spielkleidung.

Vorrunde - Spannende Spiele, knappe Ergebnisse und zahlreiche Dreisatzspiele prägten die Vorrunde. Punktgleich mit dem Gruppenzweiten Offenburg zog das Team Hirschfelde in die Finalrunde ein. "Die Zielstellung bei unserer ersten Meisterschaftsteilnahme, ein Platz unter den ersten sechs, hatten wir damit erreicht. Was jetzt kam, war eigentlich nur noch Zugabe", erklärte Mannschaftsleiter Bernd Martin im Nachhinein.

Finalrunde - In den Qualifikationsspielen für das Halbfinale standen sich die Offenburger FG und der PSV Donauwörth (11:9, 12:10), sowie der FSV Hirschfelde und der TSV Bayer Leverkusen gegenüber. Die Gastgeber bezwangen den Meister des Regionalverbandes Nord in einem spannendem Dreisatzspiel (7:11,11:7,11:9) und schafften damit den Sprung ins Halbfinale. Hier traf das Team Hirschfelde erneut auf die TH 1852 Hannover: Gegen den amtierenden deutschen Hallenmeister blieben die Einheimischen diesmal jedoch chancenlos und mussten sich deutlich mit 5:11 und 3:11 geschlagen geben. Im zweiten Halbfinalspiel zog die Offenburger FG gegen den TSG Stuttgart ebenso deutlich mit 3:11 und 5:11 den Kürzeren. Das kleine Finale um Platz drei wurde zum stimmungsvollen Höhepunkt der Meisterschaft. Von dem sachkundigen Publikum lautstark unterstützt, steigerte sich der Gastgeber, bot kämpferisch eine überragende Leistung, revanchierte sich für die Vorrundenniederlage und bezwang unter dem Jubel der Zuschauer den Titelverteidiger in zwei Sätzen (11:6, 11:6). "Mit Bronze konnten wir nun wirklich nicht rechnen. Das kommt schon einer kleinen Sensation gleich", ließen die Spieler ihrer Freude freien Lauf. "Eigentlich müssten alle genannt werden, aber Uli Pohl, der mit seinen harten und präzisen Aufschlägen immer wieder punktete, ragte aus dem Team noch hervor", fand nicht nur Mannschaftsleiter Bernd Martin. Aktive wie Zuschauer waren sich einig, der 60- jährige Friedersdorfer gehörte zu den besten und erfolgreichsten Hauptschlägern des Turniers. Das Finale bestritten die bis dahin ungeschlagenen TH Hannover und TSV Stuttgart. In der gutklassigen Partie behielt Hannover in zwei Sätzen (11:9,12:10) die Oberhand und sicherte sich nach zwölf Bundesmeisterschaften den ersten offiziellen deutschen Meistertitel der AK 60.

Fazit- Trotz widriger Witterungsverhältnisse hielt das zweitägige Turnier was es versprach und bot erstklassigen Seniorenfaustball. Dafür sorgten u.a. auch die zum Aufgebot der Mannschaften gehörenden ehemaligen Oberliga-, Bundesliga- und Nationalspieler. Um nur einige zu nennen: Heinz Kalinski (Hannover), dreifacher Weltmeister, Nationalspieler Dirk Beißmann (Gustavsburg), die Bundesligaspieler und Europapokalgewinner Manfred Kulle und Wolfgang Elsässer (beide Stuttgart), oder der 21- fache DDR- Nationalspieler Roland Posselt (Hirschfelde). Die Faustballer im Alter zwischen 60 und 70 Jahren stellten eindrucksvoll unter Beweis, dass sie spielerisch nichts verlernt und noch so manchen Trick drauf haben und wie mit Ehrgeiz und körperlichem Einsatz um jeden Ball gekämpft wird. Alles in allem war es eine gelungene Meisterschaft sowie ein würdiger Höhepunkt zum 100- jährigen Faustballjubiläum in Hirschfelde.

Team Hirschfelde: Roland Posselt, Karl- Heinz Pursche (beide Hirschfelde), Joachim Wenzel (Walddorf), Ulrich Pohl ( Freidersdorf), Hans- Peter Meier (Görlitz), Rainer Petzold (Kubschütz), Klaus Adler, Jürgen Meusinger, Hans Henkel, Günter Fleischer (alle Dresden)

Reiner Seifert   Sächsische Zeitung             

 
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